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16.12.2017

HS-Woche: NACHRICHTEN AUS IHRER REGION - Kreis Heinsberg

Foto: So will die EU Ihnen die Urlaubsfotos vermasseln

Urlaubsfotos mit dem Reichstag in Berlin im Hintergrund auf Facebook veröffentlichen kann teuer werden

Foto: So will die EU Ihnen die Urlaubsfotos vermasseln

ANGEMERKT von Ulrich Kronenberg

Brüssel will Fotoveröffentlichungen von öffentlichen Gebäuden genehmigungspflichtig machen

So will die EU Ihnen die Urlaubsfotos vermasseln

01.07.2015

Kreis Heinsberg/ Kreis Düren – Welcher Urlauber kennt das nicht: ein Selfie vor dem Reichstag in Berlin, ein Schnappschuss mit der Familie am Schiefen Turm von Pisa. Doch dank eines Gesetzentwurfs der EU können Sie ab 9. Juli für das Posten solcher Bilder auf Facebook, Instagram, Pinterest etc schon bald eine teure Abmahnung kassieren.


In ganz Deutschland sind Fotografen besorgt um diesen Einschnitt in die sogenannte „Panoramafreiheit“ - denn auch für Urlaubsfotografen könnte es nun vorbei sein mit dem einfachen veröffentlichen der Fotos von Sehenswürdigkeiten.

Die EU-Kommission plant eine europaweit einheitliche Regelung, will das Veröffentlichen von Fotos mit historischen Bauwerken oder Kulturgütern nur noch für private Zwecke erlauben. Und da fangen die Probleme an… Denn beispielsweise als Facebook-Nutzer hat man in den Nutzungsbedingungen zustimmen müssen, dass Bilder auch kommerziell genutzt werden dürfen. Selbst wenn man privat ein Foto hoch lädt, stimmt man den Nutzungsbedingungen zu und sitzt in der „Panoramafalle“. Abmahnungen drohen.

Kopfschütteln kann da beispielsweise nur der Dürener Fotograf Pierre A. J. Smeyers: „Es geht nicht nur um neuere Gebäude oder Denkmale, auch Häuser, Gebäude, bei denen noch keine 70 Jahre vergangen sind, stehen unter Urheberrechtschutz, somit stehen eigentlich fast alle Gebäude noch unter irgendeinem Schutz. Der einzige sichere Ort für Fotografen ist damit noch der Wald…“

Smeyers befürchtet einen Einschnitt in die Kunstfreiheit: „Die Kunstfreiheit ist ein Grundrecht. Da die Fotokunst unbestritten eine Kunstform ist, habe ich die Befürchtung, dass hier ein Grundrecht beschnitten wird. Ein Gesamtkunstwerk ist schließlich auch mein Gesicht. Damit dürften künftig ohne meine Zustimmung staatliche Organe und Strafverfolgungsbehörden mein Gesicht nicht mehr ablichten…“

Gary Busch, Fotograf aus Heinsberg: „Grundsätzlich bleibt es für den privaten Fotografen natürlich erst mal egal, ob sein Urlaubsbild nun den Eifelturm zeigt, da es um kommerzielle Bildnutzung geht, also zum Beispiel der Profi-Fotograf, der seine Bilder verkauft. Schwierig wird es aber schon alleine dann, wenn er dieses Foto in sozialen Netzwerken zeigen möchte, denn dies ist eine kommerzielle Plattform und somit, theoretisch zumindest, auch eine kommerzielle Nutzung. Es wird also schon schwierig, solche Urlaubsfotos demnächst außerhalb der eigenen Fotobücher zu nutzen, denn selbst die private Webseite kann ja unter Umständen durch Werbung schon als kommerziell gelten.

Jeder (private) Blogger, der ein Werbebanner auf seiner Seite hat, wäre von dieser Gesetzesänderung ebenfalls betroffen.

„Die Panoramafreiheit in Deutschland zu beschränken, halte ich für Unsinn. Auch wenn der Bericht, über den das Europäische Parlament am 9. Juli abstimmt, eine Einschränkung der Panoramafreiheit nur für kommerziell genutzte Fotos vorsieht, entstehen dadurch zum Beispiel bei Fotos in den sozialen Medien so viele Abgrenzungsfragen, dass man davon lieber die Finger lassen sollte“, mein auch der Dürener Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan (SPD).

Jedoch:
Die Abstimmung im Europäischen Parlament hat keinen Gesetzescharakter. Das Parlament wird über einen Bericht mit Änderungsvorschlägen zur bestehenden EU-Urheberrechtsrichtlinie abstimmen. In dem Bericht wird gefordert, dass für die kommerzielle Nutzung von Fotos von Bauwerken und feststehender Kunst, an denen andere Urheberrechte besitzen, vor deren Veröffentlichung das Einverständnis eingeholt werden soll. Die Kommission plant erst gegen Ende des Jahres einen Gesetzesentwurf vorzulegen, der wiederum vom Parlament beraten und bestätigt werden muss.      

Hintergrund: grundsätzlich sind alle Bauwerke und Kunstwerke im öffentlichen Raum urheberrechtlich geschützt. Fotos davon dürfen theoretisch nicht ohne Genehmigung veröffentlicht werden. Doch die Panoramafreiheit“ erlaubt Ausnahmen, zumindest in vielen EU-Ländern - wie zum Beispiel in Deutschland.    

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Angemerkt

Im Prinzip ist das Gesetz, das die EU europaweit durchsetzen will, nicht falsch. Denn wer Geld mit Fotos öffentlicher Gebäude verdienen will - egal ob er einen Fotokalender oder einen Bildband herausbringen will -, soll dafür entweder etwas zahlen oder doch zumindest eine Genehmigung des Besitzers haben. Soweit ok.

Aber das jetzt geplante EU-Gesetz wird nur Komplikationen bringen. Denn das ist letztendlich bei der Umsetzung neuer Gesetze - besonders in Deutschland - immer so. Alles wird undurchsichtiger und komplizierter werden. Welcher Normalbürger weiß wirklich welche Objekte geschützt sind? Wussten Sie, dass die abendliche Beleuchtung des Eiffelturms in Paris geschützt ist? Oder auch die Glaskuppel auf dem Reichstag in Berlin? Beide Objekte sind über 70 Jahre alt, und dennoch - durch Neuerungen - geschützt.

Wohin diese Entwicklung führen wird, zeigt Potsdam. Die Schlösser wie Sanssouci dürfen Sie nämlich schon heute noch nur für den reinen Privatgebrauch fotografieren. Laut der gültigen Gesetze dürfen Sie dank Panoramafreiheit zwar Fotos von öffentlichen Gebäuden machen, wenn Sie die Bilder von öffentlichem Grund aus machen.

Sanssouci  aber können Sie nur aus dem Park fotografieren. Der aber ist Besitz der “Stiftung Preussische Schlößer und Gärten“. Und die erlaubt nur Privatfotos. Wenn Sie ein Foto von Sanssouci veröffentlichen wollen (und wer weiß schon, welche Internetseite kommerziell ist) brauchen Sie eine schriftliche Genehmigung der Schlösserverwaltung. Die legt dann anhand des Veröffentlichungsorts fest, ob Sie zahlen müssen und wie hoch die Gebühr dafür ist, die Sie dafür zahlen müssen.

Tun Sie das nicht, gibt es unfreundliche Post.

Wenn das EU-Gesetz wie es vorliegt in Deutschland umgesetzt wird, werden Sie schon bald eine Menge Schriftkram  erledigen müssen, damit Sie auch die Genehmigung fürs Fotoveröffentlichen haben (bei Facebook bestätigen Sie in den AGBs übrigens, dass Sie alle Rechte an geposteten Fotos haben).

Und wer garantiert uns, dass zukünftig nicht etliche Stellen - die übrigens meist mit Steuergeldern ihre Objekte finanzieren und restaurieren - Gebühren für die Genehmigung kassieren wollen und Abmahnanwälte eine neue Einnahmequelle entdecken?

Also werden viele zukünftig die Fotos lieber nicht machen oder für sich nur auf dem Heim-PC angucken. Wie gesagt: Dieses EU-Gesetz wird das Leben in der digitalen Welt noch komplizierter machen. Darum ist es auch fehl am Platz.

Ulrich Kronenberg

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