24.10.2017

Kommentar zur Woche

Guten Tag, liebe Leser

07.05.2008

Der Tag der Einheit - eigentlich ist das ein Tag zum Feiern. Doch in diesem Jahr auch? Denn von Geschlossenheit sind wir in Deutschland derzeit doch weit entfernt.  

Zu verdanken haben wir das besonders dem Ergebnis der Bundestagswahl. Deren Ergebnis - insbesondere das der AfD, die im Osten besonders gut abschnitt, - teilt das Land. Im Westen jedenfalls wächst bei Politikern der Groll auf den politisch undankbaren Osten.  

Beim ZDF-Politibarometer der letzten Tage erfahren wir, dass zwei Drittel der Deutschen unzufrieden mit dem Ausgang der Wahl sind. Wenn aber gefragt wird, wie man heute wählen würde, kommt das gleiche Ergebnis heraus wie am Wahltag. Logisch ist das nicht, oder?  

Was erschreckt, ist der Umgang der Politiker mit dem Wahlergebnis. Schulz sagt „ohne uns“, Merkel „Ich hab doch alles richtig gemacht“. Daneben stehen Lindner und Özdemir, die beide ja gerne mitregieren möchten. Aber sie wissen, wie riskant das an der Seite von Angela Merkel ist. Profil werden sie dort kaum bilden können. Die SPD hat gerade für zwei Große Koalitionen bezahlen müssen.  

Was allen gemeinsam ist, kann man als Verteufelung der AfD und ihrer Wähler bezeichnen. Die Partei an sich in die kalte Ecke zu stellen, ist eine Sache. Aber ihre Wähler?  

Da muss man auch sehen, dass die AfD zwar im Osten die meisten Prozentpunkte im Gesamtergebnis bekam, aber in Bayern, Baden-Württemberg und auch anderswo wurde sie auch gewählt. Auch da, wo die Lange wirtschaftlich nicht so schlecht wie im Osten ist.  

Die jetzt abgestraften Parteien sollten darüber nachdenken, was man in den letzten Jahren falsch gemacht haben. Woher kommen die Wähler der AfD? Und warum wurde der Rechtsaußen gewählt? Statt die Wähler zu beschimpfen, sollten sie Gründe anderswo suchen. Das geht, auch ohne in die Gesinnungsecke der AfD zu rücken. Denn trotz aller Panik. Eine auch AfD im Bundestag muss und wird eine Demokratie wie unsere aushalten.  

Ihnen eine angenehme Woche    
Ihr

Reinhold Haimüller